MÜNCHEN - HERKULESSAAL
Aus drei mach eins - Harald Eggebrecht, Süddeutsche Zeitung, 12. April 2011
Das französische Trio "Chausson" überzeugt im Herkulessaal
[...] Das junge französische, vielfach preisgekrönte Trio Chausson verfügt über instrumentale Virtuosität, Klangfarbenreichtum, Gleichgewichtssinn, individuellen Charme und rythmische Finesse und spielt musikalisch hochbewusst. Also klang Haydn witzig, leichtfüssig und klug ausartikuliert. Hingegen liessen die Chausson Chopin frühes Trio op.8 aufblühen in seiner melodischen Weichheit und tänzerischen Eleganz. Natürlich steht der Pianist im Mittelpunkt, aber Chopin lässt vor allem das von ihm geschätzte Cello Wärme und Leidenschaftlichkeit demonstrieren.
Dann Ravels Staunen erregendes a-moll Trio mit den Trillhysterien des Schlusssatzes. Wie die drei da bis ins atemlose Pianissimo abtönen, Flagolett-wunder schufen, zarteste, dabei elastisch federnde Klanggespinste woben oder kraftvoll und farbensprühend Ravels Vitalität ausspielten, war ein aufregendes, spannendes Erlebnis. Als Zugabe noch Schuberts Notturno, mit grosser Emphase und intensivem Gespür für die dynamische und harmonische Verletzlichkeit von Schuberts Satzkunst. Man möchte diese inspirierten Franzosen bald wiederhören.
HANNOVER - BEETHOVENSAAL, Kammermusikgemeinde
Hannoversche Allgemeine Zeitung, 19. März 2011, Günter Helms
[...]
Wer als Namenspatron einen weitgehend unbekannten Komponisten wählt, sollte auch ein entsprechendes musikalisches Terrain im Repertoire haben. Philippe Talec (Violine), Antoine Landowski (Cello) une Boris de Larochelambert (Klavier) brachten zwar leider nicht das Klaviertrio ihres Landsmannes Ernest Chausson mit zum 938. Konzert der Kammermusikgemeinde, stattdessen aber Ravel. Doch statt auf das fûr französiche Kammermusikensembles oft schon obligatorische Klaviertrio a-Moll gaben die drei Mitglieder des noch jungen "Trio Chausson" dafür endlich eine jetzt glänzende Kostprobe ihrer Transkriptionsfähigkeiten.
Die riesige Orchesterpartitur von Ravels "La Valse" haben sie kurzerhand für Klaviertiobesetzung reduziert und verblüfften damit in Hannover mit raffinierten, knackig und fetzig gesetzten Klangeffekten, die alle Sehnsüchte nach dem Original vergehen liessen. Das war ein glänzendes Plädoyer für unbekanntes Bekanntes und ein ebenso glänzend gelungener Schlusspunkt unter dem zweiten Konzertteil, der zu Beginn Chopins Klaviertrio g-Moll aus dessen Nischendasein herausgerückt hatte. Und wie war das mit dem "echten" Zugabe, mit Schuberts Nuttorno Es-Dur? Bei diesen betörenden "himmlische Klängen" hätte man jedenfalls die auf den Boden fallende Stecknadel gehört.
JOACHIM KAMMERMUSIK WETTBEWERB, WEIMAR
(in Thüringer Allgemeine, 14. November 2005)
[...] Beim Preisträgerkonzert bewies das Trio Chausson mit Haydns Klaviertrio C-Dur auch dem begeisterten Publikum seine internationale Souveränität. Man wird die haydnische Komposition auch von etablierten Ensembles kaum in einem solch einheitlichen Guss und Geschlossenheit vernehmen können. Die Musiker [...] überzeugten mit zupackendem Spiel, Schwungkraft und stupender Virtuosität, die nicht nur dem rasanten Presto-Finale, sondern auch dem langsamen Satz zugute kam, wo das Ensemble eine Fülle dynamischer Differenzierungsmöglichkeiten fand.
(in Magazin für Kammermusik, Januar 2006)
[...] Da konnte sich ein Trio wie das Trio Chausson mit seinem Pianisten Boris de Larochelambert, der als Solist kammermusikalisch dachte, in den Vordergrund spielen. [...]
Eigentlich - nach der Leistung des Trio Chausson im Semifinale - sollte schon zu diesem Zeitpunkt feststehen, wie die Platzverteilung auszusehen habe. [...] Doch nachdem das Trio Chausson zuerst Haydns Trio mit viel Humor in dramatische Gefilde führte, der Intensität des "Aufeinanderhörens und -reagirens" so berauschend zu bewältigen verstand, dass eine frische und frei musizierte Interpretation entstand, stand eigentlich schon fest, wer den ersten Platz belegen müsste. Doch das Trio steigerte sich noch.
Denn in Brahms Trio H-Dur Op.8 fanden die drei franzosen leicht mit den richtigen Akzentsetzungen, dem vollmundigen Aufbau im Melodieplan des Komponisten zu einer berauschenden Darstellung dieses so bemerkenwerten Werkes. Und da war das Spiel von Ravels Klaviertrio aus dem Jahre 1914 nur noch die Unterstreichung einer Leistung, die auf die grossen Bühnen gehört. Glücklicherweise wertete die Jury so, wie man es erwarten konnte.
ILLZACH KAMMERMUSIK WETTBEWERB (Elsass)
(in l'Alsace, 17. März 2005)
Le festival 2005 de musique de chambre à l'Espace 110 a été un grand millésime. C'est finalement le déjà célèbre Trio Chausson qui a décroché le prix de la Spedidam [...]. Le Trio Chausson a présenté le Trio N° 1 en si majeur de Brahms. Le dialogue entre le violoncelle (Antoine Landowski) et le violon (Philippe Talec), très complices, a souligné la grande qualité mélodique du morceau. Boris de Larochelambert, au piano, a soufflé le chaud ou le froid, selon l'intention de la partition. Toute l'exubérance de la jeunesse s'est exprimée dans un romantisme échevelé.
(in les Dernières Nouvelles d'Alsace, 22. März 2005)
Ce concours s'est achevé en apothéose [...] avec un concert des lauréats époustouflant.[...]
Les musiciens du Trio Chausson ont régalé les âmes de leur fougue et volupté en un Trio de Johannes Brahms ensorcelant, une oeuvre de jeunesse, excessive et pleine de joie de ce compositeur. Le Trio Chausson repartira avec dans son escarcelle le prix de la Spedidam et l'ovation du public qui leur réclamait un bis volontiers dispensé.
KONZERT IN KUHMO (Finland)
(in Kainuun Sanomat, 8. Juni 2005)
The Ernest Chausson's Piano Trio performed by Chausson Piano Trio was a fine contrast to Puumala's string quartet. In that piece one can hear some echos from the Wagnerian period of Chausson. [...] Chausson's romantic flow of beautiful melodies let the listeners rest and be swept away by their dreams. Trio Chausson carried out well the sensitive moments as well as the passionate pathoses in their performance, which was rich in nuances and perfect in rhythms. Their energetic forwards-directing playing let the piece live freshly, with another kind of approach the piece could have become too sweet.
As an avowed friend of contemporary music I surprised myself: In this concert I was the most impressed by Ernest Chausson's
romanticism - and not the least because of the charming violinism of Philippe Talec. From the rich world of music one can find medicaments for a large number of various troubles and needs.
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